Los ging es vom 8. bis 10. Mai in Tschechien auf dem Automotodrom Brno (Brünn) beim Saisonauftakt des ADAC Historic Cup Ost, einer Rennserie für historische Formel und Tourenwagen bis Baujahr 1990. Ich mag es „mit Dach“ und starte dort mit einem Skoda 130 RS. Der 1975 vorgestellte und mit dem Spitznamen „Porsche des Ostens“ geadelte kleine Hecktriebler war auf dem 5,4 km langen Rundkurs erneut das Maß der Dinge: Gaststarter Jirka Kaspar siegte im Schwesterauto in beiden Läufen, ich wurde im ersten Lauf Fünfter und im zweiten Lauf Dritter. Auch die übrigen Plätze auf dem Podium gingen alle an Skoda-Piloten – ein toller Erfolg ebenso für Vorjahreschampion Jens Herkommer, der zusammen mit seinem Team unsere Renner erneut Klasse vorbereitet hatte.

Kaum zurück und nur frische Rennsachen eingepackt, ging es in der Nacht zum folgenden Dienstag bereits weiter in die Eifel: Start in der Deutschen Historischen Langstreckenmeisterschaft (DHLM) im Rahmenprogramm des diesjährigen 24h-Rennens auf dem Nürburgring. Um durch die „Grüne Hölle“ jagen zu dürfen, bedarf es neben der Rennlizenz auch eines extra Nordschleifen Permits. Da meine letzten Starts bei den 24h und in der Youngtimer Trophy schon zu lange zurück lagen, war nach dem bereits zu Hause absolvierten e-learning noch ein halber Tag Theorie mit anschließendem Trackwalk über die Nordschleife angesagt. Körperlich und mental nun fit, stand dem Start nichts mehr im Weg. Mein Skoda blieb dieses Mal zu Hause, ich ging „fremd“ und fuhr das auf Freitag, den 15. Mai angesetzte Dreistundenrennen in einem BMW E30 325i.

Nur wenige Stunden vor dem Qualifying einen Tag zuvor lösten unsere Mechaniker noch die knifflige Aufgabe, einen Sitz für drei sehr verschieden große Piloten so in den BMW einzubauen, dass jeder von uns in der gut 21 km langen Berg- und Talbahn durch besagte „Grüne Hölle“ plus Grand Prix Kurs das Lenkrad zum Steuern und nicht als Nothaltegriff nutzen konnte. Und das war auch gut so, denn die Eifel zeigte sich mit sturzartigem Regen und Graupelschauern auch so schon äußerst anspruchsvoll. Umso strahlender das Ergebnis: Ohne jeden Kratzer und mächtig stolz auf das gesamte Team stellten wir den optisch an die DTM der Neunziger erinnernden Dreier-BMW unter gut 120 Startern auf einem guten neunten Platz in unserer Klasse im Parc Ferme ab.
Andreas Leue (PRS)

