Im Rahmen der Vorstandssitzung am 24. März 2026 hat der Vorstand der PRS unsere beiden langjährigen Mitglieder aufgrund Ihrer Verdienste für unseren Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt.


Egon Reimann ist seit 1982 Mitglied der PRS. Er begann 1975 mit dem Rallyesport. In den Anfangsjahren bewegte er bei Rallye-Veranstaltungen in Deutschland und im Ausland u.a. einen Toyota Celica. Highlight aus dieser Zeit sind erfolgreiche Einsätze bei der Rallye Monte Carlo, bei der Südschweden Rallye, der Polen Rallye, der Tulpenrallye (NL) sowie in Jugoslawien, Bulgarien und der Tschechoslowakei.
Daneben erfolgte aber auch eine Vielzahl von Starts in Deutschland. In den ersten Jahren war Egon mit wechselnden Beifahrern unterwegs.
1979 stieg Egon auf einen Ford Escort RS 2000 um, der ihn bis Ende der 90erJahre, wenn am Schluß auch nur noch sporadisch, begleitete, bis Sohn Frank das Auto von Papa übernehmen durfte.

1981 wurde er aufgrund seiner zahlreichen Titel als Berliner Rallye-Meister in das neu gegründete HELLA-Rallye-Team aufgenommen. Ab der DMV-Herbstfahrt 1981 übernahm unser Sportleiter Reinhard-Holger Unnasch den Beifahrersitz neben Egon. Bis Ende der 80er-Jahre bildeten die beiden ein festes Team und waren eine nicht wegzudenkende Größe in der Norddeutschen Rallye-Meisterschaft. Im Jahr 1985 war Egon mit einem Opel Manta der Fa. Opel Semdner unterwegs, ab 1986 folgte man dem Trend zum Allrad und ein Audi 80 quattro kam ins Haus. Auch hiermit konnte Egon große Erfolge erzielen. Zwei Mal war er damit bei der Rallye Tour d´Europe unterwegs. 1986 konnte nach rund 8000 Km in 9 Tagen durch 10 Länder der 2. Platz belegt werden, 1987 endete die Fahrt leider nach knapp 6.000 Km und in Führung liegend damit, daß der Quattro wegen eines schleichenden Plattfußes 8 Meter tief von einer Brücke stürzte. Besatzung okay, Auto kaputt,- schade, die 2.000 noch fehlenden Kilometer hätte man sonst auch noch locker geschafft.

Unvergessen ist auch die Reise ins Rallye-Abenteuer 1991 nach Lettland mit einem VW Golf als Rallyeauto. Über die Vermittlung eines etwas „zwielichtigen“ Kumpels reiste man per Schiff (ein Munitions-Transport der abziehenden GUS-Truppen vom damals noch russischen Fährhafen Mukrane) nach Kleipeda im Baltikum. Die Rallye fand rund um Riga statt und hatte 95 % feinsten Schotter. Den Verhältnissen in Lettland merkte man aber an vielen Stellen noch an, daß die Russen gerade erst das Baltikum aufgegeben hatten. Die Rückreise über Land war ein weiteres Abenteuer.

Ab 1992 stieg dann Peter Wingens bei Egon ein. Mittlerweile stand ein Ford Escort Cosworth als fahrbarer Untersatz zur Verfügung. Schon damals brachten Fahrer und Co. im Auto es gemeinsam auf weit über 100 Jahre. Zum Ende der Rallye-Karriere 2005 waren es dann schon fast 150 Jahre.
Insgesamt holte unser Egon 12 Titel als Berliner, bzw. Berlin-Brandenburger Rallye-Meister. Es werden wohl gut und gern 500 Rallyes gewesen sein, die Egon in seinem Leben bestritten hat. Dank Rallye-Chronist Alfred Gorny sind zumindest 443 belegt. Dazu gehören auch insgesamt 13 Siege bei der HAVELLANDRALLYE.
Wir sind stolz auf unseren Egon, der als Teilnehmer jahrzehntelang die PRS-Fahne erfolgreich hoch gehalten hat. Der Ruf als schnellster Dachdecker-Meister Berlins eilte ihm stets voraus Auch im Rahmen der Ausbildung junger Rallyefahrer war er stets dabei und stand den jungen Talenten mit Rat und Tat zur Seite. Nach seiner aktiven Zeit war er noch etliche Jahre als Schlußwagen-Fahrer der HAVELLANDRALLYE unterwegs. Wir danken Dir dafür, daß Du in 30 aktiven Rallyejahren den Rallyesport in Berlin-Brandenburg und der PRS nachhaltig geprägt hast.

Peter Wingens ist seit 1994 Mitglied der PRS. Belegt ist ein Einsatz als Fahrer mit einem VW Käfer 1302 S bei der Nordgau-Rallye im bayrischen Amberg.am 05. Juli 1975. Es ist aber anzunehmen, daß er schon vorher so manche kleine Rallye in Berlin oder sonstwo unter die Räder genommen hat. Seine Fahrer-Karriere mit dem Käfer hielt bis 1978 an. Dann wechselte „Fusselbirne“, wie er zeitlebens und auch immer noch wegen seiner offenen Haartracht genannt wird, auf die Beifahrerseite. Insgesamt wies er 30 verschiedenen Fahrern den Weg; lange Zeit war er mit Alexander Hundertmarck auf Autobianchi und Opel Kadett unterwegs. Auch dem schnellen „Opel Corsa-Treter“ Dietmar Walter und Roland Sobkowski im Mazda sagte er viele Jahre, wo es lang geht.
1992 übernahm er den vakanten Beifahrersitz im „Cossi“ von Egon Reimann. 14 Jahre hielt diese „Ehe“ und man erzielte zahllose Erfolge bei unzähligen gemeinsamen Starts. Peter Wingens beendete seine aktive Karriere gemeinsam mit Egon Reimann im Jahre 2005. Belegt sind bei unserem Peter insgesamt 293 Rallye-Einsätze, davon 11 als Fahrer auf seinem VW Käfer.
Aber Peter hatte ja noch eine zweite Motorsport-Seite. Jahrzehntelang leitete er das Fahrerlager bei den Berliner AVUS-Rennen und war auch sonst für den ADAC und etliche Ortsclubs als kompetenter und durchsetzungsstarker Sportwart im Einsatz.

Und nach seiner aktiven Zeit ging es dann richtig los. Zuhause sitzen kannte Peter nicht. Mit der PRS-Sportwarte-Truppe war er überall und nirgends unterwegs. Bis nach Holland zur ELE-Rallye führten ihn seine Einsätze, bei Wind und Wetter stand er draußen und erfüllte seine Pflicht, egal ob als Zeitkontrolle, WP-Leiter oder einfacher Sportwart.
Peter, wir danken Dir für all´das, was Du für unseren Sport und die PRS geleistet hast. Da können sich viele mehr als eine Scheibe abschneiden. Dir ist es gelungen, das zurückzugeben, was andere jahrzehnetelang für Dich getan haben, als Du im Rallyeauto unterwegs warst, und andere für den Ablauf und die Sicherheit der Veranstaltungen gesorgt haben.

Liebe Mitglieder und Freunde der PRS, auf diese beiden langjährigen Motorsportler können wir alle stolz sein. Menschen wie sie sind für unseren Sport unverzichtbar und geben anderen ein Vorbild ! Sie haben mit Ihrem Einsatz das Bild der PRS in erheblichem Maße geprägt und sind damit würdige Ehren-Mitglieder der Privaten Renngemeinschaft Spandau !
Euer PRS Vorstand
