Ein perfektes Saisonfinale krönt eine unglaubliche Saison
Am vergangenen Wochenende stand mit dem zehnten Lauf der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie das große Saisonfinale auf dem Programm. Nach einer langen und intensiven Saison ging es für uns dabei um nichts Geringeres als den Titel in der Gesamtmeisterschaft. Gemeinsam mit meinen Teamkollegen Yannick Fübrich und Edoardo Bugane konnte ich im BMW M240i Racing Cup mit der Startnummer #650 von Adrenalin Motorsport schließlich unseren großen Traum verwirklichen und die NLS-Gesamtmeisterschaft 2026 gewinnen!
Die Ausgangslage vor dem Finale hätte kaum spannender sein können. Nachdem wir mit sechs Klassensiegen in Folge eine nahezu perfekte Saison gefahren waren, mussten wir beim vorletzten Lauf im Rahmen des NLS-Doubleheaders einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Ein technischer Defekt zwang uns vorzeitig zur Aufgabe und verhinderte damit die mögliche vorzeitige Titelentscheidung. Unser bis dahin komfortabler Vorsprung war dadurch auf gerade einmal vier Punkte zusammengeschrumpft. Somit war klar, dass beim letzten Rennen noch einmal alles auf dem Spiel stand.
Entsprechend groß war die Anspannung vor dem Saisonfinale. Gerade in unserer BMW-M240i-Cup-Klasse, in der alle Fahrzeuge nach einem einheitlichen Reglement aufgebaut sind, kommt es besonders auf die Fahrer, eine gute Fahrzeugabstimmung und die richtige Strategie an. Ein kleiner Fehler oder ein technisches Problem hätte ausgereicht, um die Meisterschaft auf den letzten Metern noch aus der Hand zu geben.

Auch das Wetter sorgte zunächst für zusätzliche Spannung. Während im Qualifying noch einige feuchte Streckenabschnitte die Reifenwahl erschwerten, trocknete die Nordschleife im Laufe des Vormittags zunehmend ab. Zum Rennstart präsentierte sich die Eifel schließlich bei Sonnenschein und trockenen Streckenbedingungen.
Im vierstündigen Rennen konnten wir von Beginn an eine starke Leistung zeigen und uns an der Spitze unserer Klasse behaupten. Das Auto funktionierte hervorragend und wir konnten mit konstant schnellen Rundenzeiten das Rennen kontrollieren. Dennoch blieb die Anspannung über die gesamte Distanz hoch, schließlich hatten wir beim vorherigen Lauf schmerzlich erfahren müssen, wie schnell ein technisches Problem alle Hoffnungen zunichtemachen kann. Mit jeder absolvierten Runde rückte der Titel näher, doch auf der Nordschleife kann bekanntlich bis zur letzten Minute alles passieren.
Umso größer war die Erleichterung, als wir nach vier Stunden tatsächlich als Klassensieger die Ziellinie überquerten. Mit unserem siebten Klassensieg der Saison konnten wir die Meisterschaft endgültig für uns entscheiden und uns mit insgesamt 109 Punkten den Titel in der NLS-Gesamtwertung sichern. Am Ende betrug unser Vorsprung acht Punkte auf unsere engsten Verfolger.
Für mich persönlich bedeutet dieser Titel unglaublich viel. Die NLS gehört zu den anspruchsvollsten Langstreckenserien überhaupt und mit einem vergleichsweise kleinen Cup-Fahrzeug die Gesamtmeisterschaft gegen zahlreiche Teams aus unterschiedlichsten Fahrzeugklassen zu gewinnen, macht diesen Erfolg umso besonderer. Gleichzeitig konnten wir mit diesem Sieg den bereits achten NLS-Gesamtmeistertitel für Adrenalin Motorsport einfahren.
Mein größter Dank gilt deshalb der gesamten Mannschaft von Adrenalin Motorsport, die über die gesamte Saison hinweg einen hervorragenden Job gemacht hat, sowie meinen Teamkollegen Yannick und Edoardo. Gemeinsam haben wir uns diesen Titel mit viel Einsatz und einer großartigen Teamleistung erarbeitet.

Ein besonderer Dank geht außerdem an meine langjährigen Sponsoren und Unterstützer, insbesondere dem ADAC Berlin-Brandenburg und der PRS, ohne deren Unterstützung solche Erfolge nicht möglich wären.
Auch wenn die NLS-Saison nun mit dem größtmöglichen Erfolg zu Ende gegangen ist, ist mein Motorsportjahr noch nicht ganz abgeschlossen. Gemeinsam mit meinem Vater werde ich noch bei der RCN Rundstrecken-Challenge Nürburgring an den Start gehen, wo wir ebenfalls um den Meistertitel kämpfen. Die Motivation ist nach diesem Erfolg natürlich besonders groß und ich hoffe, dass wir die Saison auch dort auch auf einem Hoch beenden können.
Fotos: Racepix
